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Zusatzausbildung „Fachplaner/-in Kampfmittelräumung“

Bonn/München, 9. Mai 2017. Gemeinsam mit der Universität der Bundeswehr München (UniBw) hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die universitäre Zusatzausbildung „Fachplaner/-in Kampfmittelräumung“ ins Leben gerufen. Interessierte können sich jederzeit für den ab 24. Juli neu eingerichteten Lehrgang an der UniBw bewerben.

Kampfmittelräumer bei der Arbeit: Bohrlochsondierung auf einer BImA-Liegenschaft in Berlin-Tegel (Foto: Sven Geisler/BImA).

Für den Umgang mit Kampfmitteln gibt es bundesweit keine einheitlichen Richtlinien. Das Niveau der Aus- und Weiterbildung ist entsprechend unterschiedlich. Das soll die neue postgraduale akademische Zusatzausbildung zum/zur „Fachplaner/-in Kampfmittelräumung“ ändern.

Vier Module in bis zu zwei Jahren 

„Mit unserer Zusatzausbildung wollen wir die Branche mit akademisch qualifiziertem Nachwuchs unterstützen“, erklärt Martin Jürgens, Abteilungsleiter Altlastenmanagement bei der BImA. Indem die Bundesanstalt Personal für den Lehrgang bereitstellt, gibt sie ihre Erfahrungen an Wissenschaft, Lehre und Praxis weiter. Künftig stellt sie auch belastete Grundstücke und Testfelder für Forschung und Lehre bereit.

Der Lehrgang erfolgt in vier Modulen: die Grundlagen, die Werkzeuge, die Sicherheit und das Handwerk der Kampfmittelräumung. Die Laufdauer der Module beträgt jeweils anderthalb bis zwei Wochen. Der reguläre Zeitaufwand für die gesamte Weiterbildung beträgt ein Jahr und kann auf bis zu zwei Jahre ausgedehnt werden. „Die Ausbildung richtet sich an alle Hochschulabsolventen eines naturwissenschaftlichen oder ingenieurtechnischen Studiengangs mit inhaltlichen Berührungspunkten sowie Personen mit vergleichbaren Qualifikationen und Berufserfahrung“, berichtet Marcus Hammerl. Er ist in Personalgestellung der BImA für die UniBw tätig und seit März 2017 maßgeblich an der Organisation und inhaltlichen Ausgestaltung des Lehrgangs beteiligt. 

Die Zusatzausbildung bietet einen Mix aus Theorie und Praxis: Kampfmitteltechnische Grundlagen werden durch Vorführungen veranschaulicht. Ein Praktikum mit anschließender Projektarbeit sowie die bestandene Abschlussprüfung zertifizieren zum/zur „Fachplaner/-in Kampfmittelräumung“.

Bewerbungsverfahren 

Nähere Informationen zur Ausbildung und den Terminen sowie das Anmeldeformular gibt es unter www.fachplaner-kmr.de sowie bei Marcus Hammerl, telefonisch unter 089 60043475 oder per E-Mail unter info@fachplaner-kmr.de. Das Bewerbungsverfahren ist simpel: Einfach das Anmeldeformular ausfüllen und zusammen mit den Qualifikationsnachweisen per Post, E-Mail oder Fax an Marcus Hammerl senden. Eine Rückmeldung erfolgt, sobald die Nachweise geprüft wurden.  

Entstehung der Zusatzausbildung 

Die Kampfmittelräumung auf Konversionsflächen spielt im Tagesgeschäft der BImA eine wichtige Rolle. Sie ist häufig eine Voraussetzung dafür, dass ehemals militärische Flächen für eine Anschlussnutzung in Frage kommen. Um langfristig eine länderübergreifend einheitliche Vorgehensweise bei Räumverfahren zu erreichen, hatten die BImA und ihre Partner den fachlichen Dialog bereits vor drei Jahren angestoßen. Auf der Fachtagung „Im Dschungel der Zuständigkeiten – Kampfmittel auf Konversionsflächen“ fiel im Mai 2014 der Startschuss für die Zusammenarbeit auf den unterschiedlichen Handlungsfeldern der Kampfmittelbeseitigung.

Im November 2015 bildete ein Workshop den Rahmen dafür, Lösungsansätze für die gemeinsamen Ziele zu erarbeiten. Eines der Vorhaben war es, eine universitäre Zusatzausbildung zu etablieren. Im Dezember 2016 folgte die 2. Kampfmittelfachtagung. Dort wurde die neue Zusatzausbildung an der UniBw vorgestellt und mit großem Interesse vom Fachpublikum aufgenommen.